(21.05.2012)
25.09.2007 18:08
Berlin - Das Team des RAF-Films «Schattenwelt» hat sich gegen Kritik gewehrt, dass sich Ex-Terrorist Peter-Jürgen Boock an dem Projekt bereichert habe.
«Schattenwelt» sei ein Kinospielfilm mit fiktiver Handlung, es gehe nicht um die Lebensgeschichte Boocks, erklärten die Filmemacher am Rande der Dreharbeiten in Berlin. Der Film war in die Kritik geraten, weil Boock daran beteiligt war, und die Produktion mit öffentlichen Mitteln gefördert wird.
Boock war 1977 an der Entführung von Arbeitgeberpräsident Hanns Martin Schleyer beteiligt. Er gilt als eine der Schlüsselfiguren der Roten Armee Fraktion (RAF) und gab bereits umfassend Auskunft über das Innenleben der Terrorgruppe; seine Aussagen werden aber in der aktuellen Debatte zuweilen angezweifelt.
Die Idee zu «Schattenwelt» stammt von Uli Herrmann, Redaktionsleiter des SWR-«Tatorts», der auch das Drehbuch verfasst hat. Er habe Boock zufällig kurz nach dessen Entlassung 1998 in Freiburg kennengelernt, er sei damals ein «wichtiger Stein» im Mosaik der Recherche gewesen, sagte Herrmann.
Boock habe «ein Honorar im Rahmen der branchenüblichen Vergütung» erhalten, betonten die Produktionsfirmen des Low-Budget-Films. Seit 1999 sei Boock nicht mehr in das Projekt eingebunden gewesen und habe auch nicht zum Drehbuch Stellung genommen. Der Stoff sei zudem zu einer Zeit entstanden, als sich noch kaum jemand für das Thema RAF interessiert habe.
«Schattenwelt» handelt vom Zusammentreffen eines entlassenen Terroristen und einer jungen Frau, die Tochter eines von einem RAF-Kommando ermordeten Opfers ist. Die Geschichte spielt in der Gegenwart. Zur Besetzung gehören Ulrich Noethen (als Ex-Terrorist), Franziska Petri, Eva Mattes und Uwe Kockisch. Regie führt Connie Walther. In den Kinos soll der Film im November 2008 anlaufen.
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