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Hollywood und Hallig: Hamburg geht auf Filmreise

28.09.2007 12:46

Hamburg - Hollywood und Nordstrandischmoor liegen in diesen Tagen ganz nah beieinander. Auf dem Filmfest in Hamburg gehen sowohl die US-Filmmetropole als auch die kleine Nordsee-Hallig an den Start.

Hollywood und Hallig: Hamburg geht auf Filmreise

Schauspielerin Sibel Kekilli auf dem Roten Teppich in Hamburg.

Frauenschwarm George Clooney (46) feiert als Anwalt «Michael Clayton» seine Deutschlandpremiere, die drei Halligkinder Anne-Kathrin (7), Henrik (5) und Erik (4) werden im Dokumentarfilm «Inselkind» zu Leinwandstars. «Wir haben alles dabei - vom Clooney bis zur Komödie, vom Drama bis zur Tragödie», sagte Filmfestchef Albert Wiederspiel zur Eröffnung am Donnerstagabend. «Wir versuchen, den Spagat zwischen Arthouse und Mainstream zu schlagen.»

Der Filmreigen an der Elbe begann mit der Deutschlandpremiere der französischen Komödie «Odette Toulemonde». Das Regiedebüt des Bestsellerautors Eric-Emmanuel Schmitt («Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran») erntete kräftigen Applaus von den Zuschauern im CinemaxX-Kino in der Innenstadt. Schmitt war ebenso gekommen wie die Schauspieler Gudrun Landgrebe, Nina Petri und Kai Wiesinger. Auch für die nächsten Tage haben sich prominente Gäste angekündigt, vor allem zu den Premieren in der TV-Sektion. Schauspieler wie Götz George, Alexandra Maria Lara, Jan Josef Liefers, Armin Mueller-Stahl stehen auf der Gästeliste.

Doch die Filmfestmacher im Norden, die sich selbst in einer Liga mit dem Filmfest München sehen, geben sich beim Thema Stars zurückhaltend. Nicht der Glamour stehe im Mittelpunkt, sondern «die Freude an der Filmkunst», meinte auch Bürgermeister Ole von Beust (CDU). «Hier geht es nicht um Quantität, sondern Qualität.» Die 15. Festival-Ausgabe zeigt bis zum 4. Oktober 141 Werke aus 43 Ländern. Das Filmfest wolle Werke präsentieren, die danach auch im Kino zu sehen sind, aber auch solche, die sonst nicht zu sehen wären. «Die Filmwelt ist so unendlich reich», meinte Wiederspiel.

Zum Auftakt des Filmfestes jagte gleich ein Höhepunkt den nächsten. Der kanadische Regisseur David Cronenberg, diesjähriger Douglas-Sirk-Preisträger, wurde am Freitagabend zur Verleihung und zur Aufführung seines Werkes «Tödliche Versprechen - Eastern Promises» im CinemaxX erwartet. Erst 24 Stunden zuvor hatte sich hier Autor und Regisseur Schmitt für «Odette Toulemonde» feiern lassen. Die romantische Komödie erzählt die Geschichte der Verkäuferin Odette (Catherine Frot), deren eintöniges Leben von zwei Dingen erhellt wird: von den Liedern Josephine Bakers und von den Romanen des Erfolgsautors Balthazar Balsan (Albert Dupontel).

Mit seiner Liebesgeschichte spannte Schmitt dann auch einen Bogen von Frankreich nach Rostock. «Ich war in Rostock auf Lesereise, eine Frau dort inspirierte mich zu Odette», erzählte der französische Literat nach der Vorführung. Sie habe ihm Briefe geschrieben - genau wie es seine Heldin in dem Film macht. Während der Streifen seine Weltpremiere beim Filmfestival in Cannes feierte, präsentierte Clooney seinen «Michael Clayton» vor wenigen Wochen in Venedig erstmals. Die Kinder von der Hallig dagegen erleben ihre Weltpremiere an diesem Samstag in der Hansestadt. Der Schwarz-Weiß-Film der Schweizer Regisseurin Christina Amrein zeigt ein Leben jenseits von belebten Straßen, Freizeitangeboten - und Filmfest-Trubel.

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