(06.02.2012)
11.05.2008 15:12
Berlin Auf dem College hat sich Frauenschwarm Tom quer durch die Betten geschlafen. Einzig die strebsame Hannah ließ ihn nicht ran - stattdessen wurden sie beste Freunde.
Zehn Jahre später ist sie an der Seite eines Anderen auf dem Weg zum Altar - und der Lebemann Tom bemerkt: Er ist «Verliebt in die Braut», wie der Titel einer US-Komödie mit «Greys Anatomy»-Serienstar Patrick Dempsey lautet. Regisseur Paul Weiland inszeniert den Kampf zweier Männer um eine Frau als erfrischenden Spießrutenlauf zwischen New Yorker Großstadtdschungel und den rauen schottischen Highlands.
Michelle Monaghan («Gone Baby Gone») gibt eine unbefangene Amerikanerin, die auf einer Europareise in die Arme des schottischen Landadligen Colin (Kevin McKidd, «Trainspotting», TV-Serie «Rom») läuft und kurzerhand Ja sagt. Zurück in New York bittet sie den entsetzten Tom, doch ihr Trauzeuge zu sein. Er nimmt an - denn so kann er bis zur Hochzeit in nächster Nähe um die Braut werben.
Der als Werbefilmer vielfach ausgezeichnete Regisseur Weiland hält sich an die Eckpfeiler des Genres Screwballcomedy: Gegensätzliche Figuren stolpern durch absurde Situationen, wobei der Witz situativ bedingt ist und an der Oberfläche bleibt. In der Anfangsszene irrt Tom in einer Bill-Clinton-Maske durch eine Collegeparty und sucht «seine Monica». Als ein Mädchen in Hillary-Clinton-Maske vor ihm steht, ist der Schrecken groß. Später beobachtet Tom die Kunstexpertin Hannah dabei, wie sie ein Barockbild analysiert. Dabei scheint es, als habe sie mit dem nackten Mann auf dem Bild Oralsex. Solche Situationskomik ist natürlich nur etwas für ein Publikum, das sich auch in arg albernen Szenen lachbereit zeigt.
Die Hauptdarstellerin Monaghan spielte schon in der Screwballcomedy «Nach sieben Tagen ausgeflittert» eine Frau, die in ihrer bodenständigen Art Männerherzen erobert. Monaghan treibt auch in «Verliebt in die Braut» beherzt die Handlung voran - die nämlich plätschert doch etwas vor sich hin, sobald Dempsey auf der Leinwand mit seiner männlichen Freundesclique ist. So wird der Witz über einen modisch unwissenden Basketballbekannten im Kurzhosen-Outfit ziemlich ausgeschlachtet. Schwulenklischees, Großmütter mit Sexspielzeugen und Filmzitate aus «Charlie's Angels» sind weitere Bestandteile des Witzrepertoires. Sydney Pollack («Michael Clayton») sorgt als notorisch heiratswilliger Senior-Schwerenöter für eine gelungene Nebenhandlung.
Neben Genrefreunden kommen auch Schottland-Touristen in «Verliebt in die Braut» auf ihre Kosten. Das Schloss Dunvegan bietet wie schon in dem Blockbuster «Highlander» eine atemberaubende Kulisse. Dort soll es zur Hochzeit zwischen Colin und Hannah kommen. Bei «Highland-Games» und Trinkgelagen kollidieren amerikanische und schottische Stereotype erneut heftig und sind ein angemessen derber Abschluss einer heiteren, kurzweiligen Filmkost.
| weitere meldungen |