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US-Leinwandstar Mel Ferrer gestorben

04.06.2008 12:20

Los Angeles - Mit seinem melancholischen Blick und der markanten Lücke zwischen den Schneidezähnen zog der gutaussehende Leinwandstar nicht nur Audrey Hepburn in seinen Bann.

US-Leinwandstar Mel Ferrer gestorben

Der amerikanische Schauspieler, Regisseur, Autor, Produzent und Show-Manager Mel Ferrer - hier 1993 - ist tot.

Mel Ferrer, einer der letzten Hollywood-Legenden, der als Schauspieler, Regisseur, Produzent und als Hepburns langjähriger Ehemann berühmt wurde, ist tot. Er starb am Montag mit 90 Jahren im Kreis seiner Familie im kalifornischen Santa Barbara. Dies teilte sein Sohn Mark Ferrer (63) der Deutschen Presse-Agentur dpa mit. Der fünffache Vater sei an den Folgen einer Darmerkrankung und Lungenentzündung gestorben, sagte Ferrer.

Sein letzter Auftritt vor der Kamera liegt mehr als zehn Jahre zurück. Ferrer spielte zuletzt 1995 in dem Fernseh-Film «Katharina die Große» an der Seite von Catherine Zeta-Jones. Vierzig Jahre zuvor war er durch seine Glanzrolle als Puppenspieler mit den verträumten Augen in dem Film «Lili» (1953) weltberühmt geworden. Ein Jahr später heiratete er Hollywoods Liebling Audrey Hepburn. 1959 gab er seiner Frau in dem Spielfilm «Tropenglut» Regieanweisungen. Kurz vor der Scheidung im Jahr 1968 produzierte Ferrer den Thriller «Warte, bis es dunkel wird», in dem Hepburn als blindes Opfer eine ihrer besten Rollen verkörperte.

Großen Applaus erntete der hochgewachsene Charmeur für seinen Auftritt als galanter Degenheld in «Scaramouche» (1952), an der Seite von Marlene Dietrich in «Engel der Gejagten» (1952) und 1956 als Prinz Andrej in der amerikanischen Verfilmung von Tolstois «Krieg und Frieden». «Mein Vater war lieber Regisseur und Produzent», erzählt Mark Ferrer. «Als Schauspieler gefiel er sich nur in wenigen Rollen, darunter in "Lili" und vor allem in "Scaramouche", wo er mit dem Degen sehr elegant umging und alle Stunts selber ausführte.»

Ferrer war ein Multitalent, von Beruf Tänzer, Schauspieler, Produzent, Regisseur, Buchautor und Zeitungsredakteur. Dabei sollte der 1917 in Elberon, New Jersey, geborene Sprössling wohlhabender Eltern eigentlich Arzt werden. Doch Ferrer brach das Studium an der Princeton Universität ab, um am «Cape Cod Playhouse» Sommer-Theater zu spielen. Nebenbei gab er eine Zeitung heraus und schrieb ein Kinderbuch, das 1940 veröffentlich wurde.

Seine vielversprechende Karriere als Broadway-Tänzer wurde jäh unterbrochen, als der 23-Jährige an Kinderlähmung erkrankte. Er schwenkte auf Radio um und arbeitete sich schnell vom Disjockey in Texas zum Produzenten in New York hoch. Nach seinem Regie-Debüt in Hollywood mit «Girl of the Limberlost» (1945), war er abwechselnd als Schauspieler, Regisseur und Produzent tätig.

Nach der Trennung von Hepburn, seiner dritten Ehefrau, mit der er lange Jahre in der Schweiz lebte, erlitt Ferrer einen Herzinfarkt, der sein Arbeitstempo in den 70er Jahren bremste. 1981 stand er in Rainer Werner Fassbinders «Lili Marleen» als Oberhaupt der Familie Mendelssohn vor der Kamera. Gleichzeitig spielte er in der US-Fernsehserie «Falcon Crest» einen Anwalt. «Er war sehr stolz darauf, mit Fassbinder arbeiten zu dürfen», erinnert sich Sohn Mark. «Mein Vater war so ein gut aussehender Mann, aber für diese Rolle nahm er es gerne in Kauf eine Glatze und eine Brille zu tragen».

Mit Frances Gunby Pilchard, Mutter von Mark Ferrer, war er zwei Mal verheiratet. Ferrers fünfte Ehefrau, Lisa Soukhotine, war an seiner Seite, als er starb. Sie lebten mehr als 30 Jahre zusammen auf einer Ranch in Santa Barbara. «Ich bewundere vor allem seine Intelligenz, seine Weisheit und seinen ungeheuren Witz», sagt Mark Ferrer über seinen Vater. «Sein größtes Vermächtnis ist vielleicht sein nachhaltiger, standhafter Einsatz für den Erhalt der Bürgerrechte. Dafür setzte er sich mit aller Kraft ein».

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