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Ärger um «Der Vorleser»: Filmproduzent springt ab

12.10.2008 12:21

Los Angeles - Neuer Ärger in Hollywood um die Filmversion von Bernhard Schlinks Bestseller «Der Vorleser»: Produzent Scott Rudin ist von dem Projekt abgesprungen und hat seinen Namen aus dem Filmabspann streichen lassen, berichtete das Filmblatt «Variety».

Ärger um «Der Vorleser»: Filmproduzent springt ab

Kate Winslet als Schaffnerin bei dem Dreh von «Der Vorleser» in Görlitz.

Rudin, der im Februar als Produzent von «No Country for Old Men» mit dem Oscar für den besten Film ausgezeichnet wurde, hat sich angeblich mit den ausführenden Produzenten Harvey und Bob Weinstein überworfen. Schon vor Wochen war ein Streit um den Starttermin für den Film hochgekocht. Rudin und Regisseur Stephen Daldry hatten auf mehr Zeit für die Nachbearbeitung des Filmmaterials gepocht - mit einer Premiere im kommenden Jahr. Die Weinsteins strebten eine frühere Veröffentlichung an. Kürzlich hatten sie als Starttermin den 12. Dezember genannt.

Daldry ist derzeit auch mit den Vorbereitungen für die Musical-Version seines Films «Billy Elliot - I Will Dance» beschäftigt. Die Premiere am New Yorker Broadway findet Mitte November statt. Nebenbei wird das in den USA und Deutschland gedrehte «Vorleser»-Material in New York bearbeitet.

Nach Rudins Rückzug ist Donna Gigliotti («Shakespeare in Love») noch als Produzentin im Spiel. Sydney Pollack und Anthony Minghella, die ebenfalls dem Produktions-Team angehörten, waren im Verlauf der Dreharbeiten gestorben. Pollack (73) erlag im Mai einem Krebsleiden, Minghella (54) starb im März nach einer Tumor-Operation.

«Der Vorleser» ist eines der international erfolgreichsten deutschen Bücher. In dem Roman geht es um die Geschichte einer heimlichen Liebe zwischen einem 15 Jahre alten Jungen und einer deutlich älteren Frau und den Umgang mit der NS-Vergangenheit. In den Hauptrollen sind die britische Schauspielerin Kate Winslet («Titanic») und der deutsche Nachwuchsschauspieler David Kross («Knallhart», «Krabat») zu sehen. Über den deutschen Kinostart ist bislang nichts bekannt.

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