(21.05.2012)
14.11.2008 15:04
Berlin - Sein Name ist Programm: Der Filmheld Max Payne, dessen Nachname auf das englische Wort für Schmerz hinweist, hat viel durchlitten.
Vor Jahren haben Unbekannte seine Frau und sein Kind grausam ermordet. Der Doppelmord wanderte zu den Akten. Seither widmet sich der Polizist Payne ungelösten Kriminalfällen. Nach Dienstschluss verbreitet er als knallharter Racheengel Angst und, wie könnte es anders sein, Schmerzen. Hollywoodstar Mark Wahlberg («Shooter») ist in der Computerspiel-Verfilmung «Max Payne» wieder einmal in einem bleihaltigen Actionstreifen zu sehen.
Regisseur John Moore begann seine Hollywoodkarriere mit dem Kriegsfilm «Im Fadenkreuz allein gegen alle». Darin spielte Owen Wilson einen heroischen US-Kampfpiloten, der es nach einem Flugzeugabsturz im Alleingang treffsicher mit bestialischen serbischen Soldaten aufnimmt. Ähnlich einfallslose Schwarzweißbilder von Gut und Böse bietet Moore in «Max Payne». Der doppelte Boden der Geschichte um Verrat und Korruption lässt sich rasch erahnen. Überraschungen sind ausgeschlossen: Nach Bergen an verschossener Munition hat Max Payne schließlich die Wurzeln des Übels ausgemerzt.
Vorhersehbare Plots und simple Charaktere sind fester Bestandteil von Computerspiel-Adaptionen. Wie andere Egoshooter-Kinoversionen ist auch «Max Payne» Genrekino, das die Erwartungen der Fans an explosiven Actionszenen bedient.
Um «Max Payne» aus dem krawalligen Einerlei von Spieladaptionen zu lösen, zitieren die Macher eine Reihe erfolgreicher Blockbuster. Die Stadt als neblig-undurchsichtiger Moloch mitsamt ihrer zwielichtigen Bewohner verweist auf Neo-Noir-Filme wie zuletzt «L.A.Confidential». Die Halluzinationen Max Paynes vom Paradies, das in warmen Gelbtönen leuchtet und wo Frau und Kind ihren Helden erwarten, erinnern an «Gladiator». Der leblos im Wasser treibende Held scheint aus der «Bourne Identity» kopiert, und eine Prise «The Crow» soll für etwas Gruseln sorgen.
In Nebenrollen treten zwei Serienstars auf. Beau Bridges («Stargate»-Serie) gibt den väterlichen Freund. Amaury Nolasco wurde als Häftling mit Liebeskummer in «Prison Break» bekannt. Nun verkörpert er einen Söldner mit übermenschlichen Kräften. Bondgirl Olga Kurylenko («Ein Quantum Trost») greift vor der Kamera auf eine ihrer früheren Rolle zurück: Wie schon in «Hitman» streift sie als lüsternes Partygirl in der Wohnung des Helden ihr Kleid ab und räkelt sich erwartungsfroh im Bett. Doch auch hier gehen ihre Verführungskünste ins Leere. Denn Max Payne hat, wie die «New York Post» spöttisch schreibt, «nur drei Dinge im Kopf: Bumm, bumm und bumm.»
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