(21.05.2012)
25.05.2009 16:11
Berlin/Cannes - Die Deutsche Filmbranche jubelt kräftig über die Erfolge in Cannes: Der Abschluss der Filmfestspiele sei «ein überragender, gleich dreifacher Erfolg» für den Produktionsstandort Deutschland und den Deutschen Filmförderfonds, bilanzierte Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU).
«Das weiße Band» von Michael Haneke, der Gewinner der Goldenen Palme, wurde von dem Berliner Produzenten Stefan Arndt in Deutschland mit deutschen Schauspielern gedreht, hob Neumann hervor. Das Drama könne auch für den Deutschen Filmpreis nominiert werden. Neumann würdigte auch die Darstellerpreise für Christoph Waltz und Charlotte Gainsbourg.
«Es ist vollkommen unglaublich», sagte Produzent Arndt am Sonntagabend nach der Ehrung für den Österreicher Haneke. «Es ist sagenhaft, hier dabei zu sein, wie eine internationale Jury einen deutschen Film mit einer deutschen Geschichte vor der ganzen Welt hervorhebt.» Hanekes Drama kommt am 12. November in die Kinos. Offenbar sei das Interesse an deutschen Themen noch immer groß, sagte Arndt, dessen Firma X-Filme («Good Bye, Lenin!», «Lola rennt») «Das weiße Band» produziert hat.
Babelsberg gratulierte zum Erfolg des dort gedrehten Anti-Nazi-Films «Inglourious Basterds». Christoph Waltz (52), gebürtiger Österreicher, wurde für seine Rolle als SS-Offizier ausgezeichnet. Die weltweite Aufmerksamkeit des Films von Quentin Tarantino werde die Karrieren auch aller weiteren beteiligten deutschsprachigen Schauspieler fördern, so Studio Babelsberg. Neben Waltz überzeugten besonders August Diehl, Daniel Brühl und Til Schweiger in ihren Rollen, hob Koproduzent Christoph Fisser hervor. Studio Babelsberg freue sich bereits auf ein weiteres Projekt mit Waltz.
Waltz spielt einen SS-Offizier und prägt den Film mit Brad Pitt als wichtigstem Star. «Inglourious Basterds» wurde vom Deutschen Filmförderfonds sowie vom Medienboard Berlin-Brandenburg und der Mitteldeutschen Medienförderung (MDM) unterstützt. Kinostart ist am 20. August.
Die Filmstiftung Nordrhein-Westfalen feierte beim Preis für die beste Darstellerin mit: Charlotte Gainsbourg (37) wurde für «Antichrist» von Lars von Trier geehrt, von der Filmstiftung gefördert und im Bergischen Land gedreht. «Cannes 09 war die Stunde der Deutschen», meinte Geschäftsführer Michael Schmid-Ospach.
Laut der Filmstiftung NRW, die den Streifen mit knapp einer Million Euro gefördert hatte, war von Triers Geschichte über ein Paar, dessen Ehe vom Tod ihres dreijährigen Kindes unerträglich belastet wird, «der meist diskutierte Film» an der Croisette.
Regisseur von Trier hatte allerdings bei den Filmfestspielen einen weniger schmeichelhaften Kommentar zum Drehort parat: «Wenn ich nicht schon vorher Depressionen gehabt hätte, dort hätte ich sie bekommen.»
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