(21.05.2012)
04.07.2009 11:31
München - Regisseur Michael Haneke ist für seinen Film «Das weiße Band» über die Geschichte seltsamer Unfälle in einem Schul- und Kirchenchor in den Jahren 1913/14 ausgezeichnet worden.
Auf dem Filmfest München erhielt der 67-Jährige den CineMerit Award für «herausragende Persönlichkeiten des internationalen Filmschaffens». «Er stellt in seinen Filmen Fragen und ist zu klug, um sie zu beantworten», sagte Schauspielerin Susanne Lothar, die in «Das weiße Band» eine Hebamme spielt, in ihrer Laudatio.
Den Preis überreichte Münchens Oberbürgermeister Christian Ude, der keinen Hehl daraus machte, dass er es dem gebürtigen Münchner Haneke ein bisschen übelnimmt, dass dieser die Stadt kurz nach seiner Geburt in Richtung Wien verlassen hatte, «wo er geradezu hartnäckig heute noch wohnt.» Haneke betonte dagegen, er habe durchaus eine Beziehung zu seiner Geburtsstadt und vor allem zum Filmfest München, wo er schon vor 25 Jahren mit einem Film vertreten war und sich lange Diskussionen mit seinen Zuschauern geliefert hatte. «Ein Publikum, das so lange über einen Film diskutiert, ist für jeden Regisseur ein Vergnügen», sagte Haneke.
Der Film «Una semana solos» («Eine Woche allein») der argentinischen Regisseurin Celina Murga wurde als bester internationaler Film mit dem Arri-Zeiss-Preis ausgezeichnet. Er handelt von der abgeschottet lebenden argentinischen Oberschicht. In der Begründung der Jury hieß es: «Ein Film, der nicht einfach nur von einer ungerechten Welt erzählt, sondern davon, wie wir sie jeden Tag neu erschaffen.»
Der CineVision Award 2009 für den besten internationalen Nachwuchsfilm ging an den amerikanischen Independent-Film «Everything Strange And New» des Regisseurs Frazer Bradshaw. «Ich fühle mich geehrt, sagte der Amerikaner. «Ich habe den Film mit meinem Herzen gemacht und bin froh, dass die Leute ihn verstanden haben.»
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