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(21.05.2012)

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Besucherrekord und Turbulenzen auf Filmfest

05.07.2009 11:21

München - In Zeiten der Krise gehen die Menschen gern ins Kino - eine Erfahrung, die sich beim Filmfest München bestätigt hat: Rund 73 500 Eintrittskarten verkaufte das internationale Festival vom 27. Juni bis zum Samstag und übertraf damit den Besucherrekord von 2007 um 8000 Tickets.

Besucherrekord und Turbulenzen auf Filmfest

Das Filmfest München war ein voller Erfolg.

«Das ist gigantisch», freute sich Leiter Andreas Ströhl. Der Zuspruch der Filmfans ließ die Verantwortlichen schnell die Geldsorgen vergessen, die ihnen das Abspringen zweier wichtiger Sponsoren beschert hatte. «Wir alle haben uns sehr intensiv auf die Geldbeschaffung konzentrieren müssen», sagte Ströhl zum Abschluss der Filmschau, die am Samstagabend mit «The Misfortunates» des flämischen Regisseurs Felix van Groeningen und einer Open-Air-Party zu Ende ging.

Zum Lieblingsfilm erkoren die Besucher in diesem Jahr einen Streifen voller Energie und Lebensfreude: «Keep Surfing» von Björn Richie Lob - eine Hommage an die berühmten wagemutigen Surfer, die mitten in München auf der Welle des Eisbachs reiten und den hitzigen Diskussionen um ein Verbot des gefährlichen Sports trotzen, erhielt den Publikumspreis von «Bayern 3» und «Abendzeitung». Um Verbotenes ging es auch beim beliebtesten Kinderfilm «Die kleinen Bankräuber» von Armands Zvirbulis.

Völlig ungetrübt war die Stimmung trotz des Zuschaueransturms aber nicht. Gleich zu Beginn hatte der Produzent Bernd Eichinger zu einem Schlag gegen den Filmstandort München ausgeholt. Die Bavaria-Studios seien im Fernsehdenken eingerostet und die Stadt wenig interessant für große internationale Produktionen, befand er. Oscarpreisträgerin Caroline Link streute Salz in die Wunde, als sie München ein Imageproblem gegenüber der als cooler geltenden Hauptstadt Berlin bescheinigte.

Für einen Eklat sorgten Link und ihre Mitjuroren, Produzent Uli Aselmann und Schauspieler Maximilian Brückner, beim Förderpreis Deutscher Film. Zum Entsetzen der Preisstifter befanden sie keinen der nominierten Filme für würdig, eine Auszeichnung in den Kategorien Regie und Drehbuch zu erhalten. «In den vergangenen Jahren sind Filme ausgezeichnet worden, die danach nie irgendwo gezeigt wurden, weil sie nicht gut genug waren», begründete Aselmann. «In diesem Jahr wollten wir ein Zeichen setzen.» Festivalleiter Ströhl reagierte überrascht und enttäuscht, versuchte aber die Wogen wieder zu glätten: Es sei bei einem Preis nicht ungewöhnlich, wenn er in einem Jahr mal nicht vergeben werde.

Für die Zukunft wünscht sich Ströhl von der Politik einen höheren Etat. Viele Gäste, die man gerne einladen wolle, könne sich das Festival nicht leisten. Dabei blickt er auch ins tschechische Karlsbad, zu dessen Filmfest die Münchner gute Kontakte pflegen. Während das Festival dort über rund 5 Millionen Euro verfüge und die Berlinale sogar über geschätzte 16 Millionen Euro, müsse München mit 1,5 bis 2 Millionen Euro auskommen. Umso stolzer ist Ströhl, das sein Festival zwar nicht mit Glamour punktet, dafür aber den Besuchern direkten Kontakt auch zu berühmten Filmemachern bietet. Gäste waren in diesem Jahr etwa Terry Gilliam mit seinem neuen Film «The Imaginarium of Doctor Parnassus», der in Cannes mit der Goldenen Palme geehrte Regisseur Michael Haneke oder Stephen Frears, dessen Filme wie «Die Queen» in der Retrospektive liefen.

Im kommenden Jahr wollen sich die Veranstalter dem Filmland Indien widmen. Vom Autorenkino bis hin zu üppigen Bollywood-Filmen soll alles dabei sein. Kontrastprogramm kommt aus dem zweiten Schwerpunktland Schweden. Doch auch wenn das Programm vom 25. Juni bis 3. Juli 2010 noch so attraktiv sein wird, ist harte Konkurrenz schon sicher: Die Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika. «Wir werden uns jetzt aber nicht unter Leistungsdruck setzen», nimmt Ströhl die Herausforderung im Kampf um Zuschauer sportlich.

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