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Skurril: «The Brothers Bloom» mit Adrien Brody

24.08.2009 11:22

Berlin - Vom perfekten Trickbetrug profitiert am Ende jeder, sagt der Kleinganove Stephen Bloom. Der Täter kriegt das Geld, und das Opfer erlebt ein Abenteuer - wenn auch unfreiwillig.

Skurril: «The Brothers Bloom» mit Adrien Brody

Bloom (l, Adrien Brody) und Stephen (Mark Ruffalo) mit ihrem neuesten Opfer Penelope (Rachel Weisz).

Im Fall der skurrilen Komödie «The Brothers Bloom» gibt es sogar noch einen dritten Beteiligten: den Zuschauer. Und der hat seine helle Freude. Die beiden Waisen Bloom und Stephen erschwindeln sich schon als Kinder das Taschengeld ihrer Klassenkameraden, die sie auf Schatzsuche schicken und dafür abkassieren. Später täuschen sie dramatische Showdowns vor und ergaunern so ihr Geld. Rian Johnson, der das Drehbuch schrieb und Regie führte, beweist bei seinem zweiten Hollywood-Werk großes Talent.

Das Genre der sogenannten «Con-Movies» (Trickbetrüger-Filme) lebt von der Unsicherheit des Zuschauers, der dem Erzählten nie trauen kann. Das argentinische «Nine Queens» - als «Matchstick Men» später ein mäßiges US-Remake - führte den Zuschauer auf doppelten und dreifachen Boden, der nie stabil war. «The Brothers Bloom» folgt denselben Mechanismen, doch ist das ganze in seiner humorvollen Gewichtung eher eine Persiflage auf die «Con-Movies».

Die überzeichneten Figuren und anarchisch-unkonventionellen Bilder erinnern an die Werke von Wes Anderson («Die Royal Tenenbaums», «Darjeeling Limited»). Ein Schloss explodiert auf Knopfdruck, ein Kamel betrinkt sich mit Wodka, und zwielichtige Figuren feiern exzessive Feste. Es ist die derbe Lausbubengeschichte von zwei ewigen Kindern, die mit immer neuen Masken dem Erwachsensein entkommen wollen. Vor lauter Lügen haben sie beim Thema Wahrheit den Durchblick verloren. Als die naive, exzentrische Multimillionärin Penelope auf der Bildfläche erscheint, droht die fragile familiäre Zweisamkeit einzustürzen.

Das Hauptdarsteller-Trio ist mit den beiden Oscar-Gewinnern Adrien Brody («Der Pianist») und Rachel Weisz («Der ewige Gärtner») sowie Mark Ruffalo («Ein einziger Augenblick») ein Glücksgriff. Den Dreien ist die Lust an der fast schon surrealen Story fern jeglicher Figurenklischees anzumerken. Im deutlichen Gegensatz der beiden Brüder - der eine gerissen und skrupellos, der andere zaghaft und melancholisch - hat es sich der Autor Johnson allerdings etwas einfach gemacht. Eine stumme Japanerin, die ihren Gefühlen nur mit funkelnder Mimik Luft machen kann, erscheint etwas zu viel der skurrilen Einfälle. Maximilian Schell mimt einen undurchsichtigen russischen Gegenspieler.

Der 35-jährige US-Regisseur bekam für seinen Gangsterfilm «Brick» (2005), einem verschachtelten Neo-Noir-Thriller über Drogendealer an einer High School, zahlreiche Preise bei Independent-Festivals. In «The Brothers Bloom» gelingt Johnson ein Exkurs in heitere Gefilde. In seinem dritten Film, der für 2010 angekündigte düstere Science-Fiction-Streifen «Looper», erzählt Johnson von Auftragsmördern und ihren Opfern. Johnson will sich offenbar auf keinen Fall auf ein Genre festlegen - und erweist sich auch damit als vielversprechender junger Hollywood-Regisseur.

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