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Remake von «Die Entführung der U-Bahn Pelham 123»

21.09.2009 09:09

Berlin - Der Thriller «Die Entführung der U-Bahn Pelham 123» erzählt wie so viele Hollywood-Filme die Geschichte von einem Durchschnittsmenschen, der in einer Extremsituation über sich hinaus wächst.

Remake von «Die Entführung der U-Bahn Pelham 123»

Der Fahrdienstleiter Walter Garber (Denzel Washington) ist der Verhandlungsführer.

Der U-Bahn-Angestellte Walter Garber (Denzel Washington) beobachtet in der Schaltzentrale der New Yorker Subway den Verkehr. Als schwer bewaffnete Gangster eine Bahn entführen, muss er die Verhandlungen führen. Dabei ist lange Zeit unklar, warum der Schwerkriminelle namens Ryder ausgerechnet den unbedarften Bahnangestellten ausgewählt hat. Denzel Washington («Training Day») und John Travolta («Be Cool») spielen die Hauptrollen.

Die Buchvorlage von John Godey wurde bereits 1974 verfilmt, in dem Walter Matthau als Verhandlungsführer einen Polizisten spielte. Der Titel bezieht sich auf eine U-Bahn, die um 1:23 Uhr p.m. - also 13:23 Uhr - den Bahnhof Pelham Bay Park in New York verlässt. Die Heldenrolle mimt nun kein Uniformierter, sondern mit dem Bahnangestellten Garber ein Zivilist. Drehbuchautor Brian Helgeland, der mit «L.A. Confidential» einen Oscar gewann, hat das Script nun auf ein psychologisches Fern-Duell zwischen Washington und Travolta (als Schurken) konzentriert. Im letzten Viertel des Films treffen sie schließlich aufeinander.

In greller Videoclip-Ästhetik mit wackligen Kamerabildern und donnernder Filmmusik müht sich Regisseur Tony Scott («True Romance») darum, die alte Vorlage zu entstauben. Allein: Es will nicht recht gelingen. Scott tut alles, um den Zuschauer von der kammerspielhaften Grundkonstellation - Mann gegen Mann in denselben Räumen, allerdings nur über Funkgeräte verbunden - abzulenken. Was als psychologisches Duell zweier Hollywoodstars die Stärke des Films hätte sein können, wird heruntergespielt. Stattdessen dürfen die Bösen grimmig ihre tätowierten Muskelpakete in die Kamera halten, während sich die Guten als Helden beweisen können. Elitepolizisten laufen wie bei einer Waffenparade durchs Bild.

Die abschließenden Erklärungen für das rätselhafte U-Bahn-Attentat erweist sich als ziemlich konstruiert, und die ironische Schlusspointe der Originalversion, in der sich ein Verdächtiger durch Niesen verrät, ist aus dem Film genommen. Als fürchteten die Filmemacher, das würde der Geschichte die nötige Ernsthaftigkeit nehmen. Nach «Domino» und «Déjà vu» legt Regisseur Scott erneut die Filmversion einer grundsätzlich reizvollen Story vor, die auf der Leinwand aber über säbelrasselnde Beliebigkeit nicht hinauskommt.

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