(06.02.2012)
28.02.2010 14:48
Paris - Eine Woche vor der Oscar-Vergabe in Hollywood hat Frankreich in einer glanzvollen Gala seine Filmpreise vergeben: Großer Sieger mit neun César-Auszeichnungen wurde der Gefängnisfilm «Ein Prophet» von Jacques Audiard.
Der Preis für den besten ausländischen Film ging am Samstagabend im Pariser Théâtre du Châtelet an «Gran Torino» von Clint Eastwood. In dieser Kategorie ging der für den Oscar nominierte Streifen «Das weiße Band» von Michael Haneke leer aus.
«Ein Prophet», der Film handelt vom Schicksal eines jungen Häftlings maghrebinischer Abstammung, erhielt den César für den besten Film, die beste Regie, den besten Schauspieler und das beste Original-Drehbuch. Bei den Oscars ist Audiards Meisterwerk ebenfalls im Rennen. Der Film kann eine erstklassige Besetzung vorweisen, was die César-Jury entsprechend würdigte. Der 28-jährige Schauspieler Tahar Rahim, der den jungen Häftling in dem Film verkörpert, bekam für sein Kinodebüt - erstmals in der Geschichte des César-Filmpreises - gleich zwei Auszeichnungen: als bester Nachwuchsdarsteller und bester Schauspieler. Niels Arestrup wurde für seine Leistung in dem Streifen als bester Nebendarsteller geehrt.
Das Drama des 57-jährigen Audiard («Lippenbekenntnisse», «Der wilde Schlag meines Herzens») war mit 13 Nominierungen der große Favorit für die Césars. Der Film, der in Cannes den Großen Preis der Jury gewann, kommt am 11. März in die deutschen Kinos.
Clint Eastwoods preisgekrönte Produktion «Gran Torino» erzählt die Geschichte des sturen und unflexiblen Koreakriegsveteranen Walt Kowalski, den der 79-jährige US-Regisseur und Schauspieler persönlich spielt.
Die Französin Isabelle Adjani erhielt für ihre Rolle in dem Sozialdrama «Heute trage ich Rock» von Jean-Paul Lilienfeld den César für die beste Darstellerin. Gérard Depardieu überreichte die bereits fünfte César-Trophäe für die 54-Jährige. Hollywood-Legende Harrison Ford («Indiana Jones», «Krieg der Sterne») durfte sich über einen goldenen Trophäe freuen, überreicht von Sigourney Weaver. Zuletzt war die Schauspielerin in «Avatar - Aufbruch nach Pandora» zu sehen - einem der Filme, die bei den Césars neben dem «Weißen Band» nominiert waren für den Preis des besten ausländischen Films.
Erinnert wurde auf der Gala an den französischen Filmemacher Eric Rohmer. Der Gründungsvater der Nouvelle Vague war Anfang Januar im Alter von 89 Jahren gestorben.
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