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«Die Liebe der Kinder» siegt beim Filmkunstfest

09.05.2010 17:26

Schwerin - Der Streifen «Die Liebe der Kinder» von Franz Müller ist beim 20. Filmkunstfest Mecklenburg-Vorpommern als bester Spielfilm mit dem Hauptpreis «Fliegender Ochse» ausgezeichnet worden.

«Die Liebe der Kinder» siegt beim Filmkunstfest

Franz Müller und Kamerafrau Christine A. Maier haben mit ihrem Film «Die Liebe der Kinder» den «Fliegenden Ochsen» gewonnen.

Jurypräsident Michael Ballhaus, selbst Hollywood-Kameramann, lobte die spielerische Leichtigkeit, mit der Müller sein Ensemble zu Glaubwürdigkeit auf der Leinwand geführt habe. «Der Regisseur weiß um das Einfache, das so schwer zu leben ist», sagte der 74-Jährige bei der Preisverleihungsgala am späten Samstagabend in Schwerin. Der Film erzählt von zwei erwachsenen Menschen, die sich eine Partnerschaft wünschen und erkennen müssen, dass zu einem glücklichen Miteinander immer etwas fehlt.

Schauspielerlegende Manfred Krug nahm den Ehrenpreis des Festivals, den «Goldenen Ochsen», für sein Lebenswerk entgegen. Der Nachwuchsförderpreis ging an «Renn, wenn Du kannst» von Dietrich Brüggemann. Der Film erzählt von Ben, der für den Rest seines Lebens an den Rollstuhl gefesselt ist und dessen Freundschaft zu einem Zivildienstleistenden auf die Probe gestellt wird, als beide sich in dasselbe Mädchen verlieben. Der Film lief auch bei der Berlinale in der Reihe Perspektive Deutsches Kino. «Renn, wenn Du kannst» erhielt in Schwerin zudem den Preis der CineStar, eine Tournee durch die Kinos der Kette.

Der NDR-Regiepreis wurde der Bosnierin Jasmila Zbanic für «Na Putu» (Auf dem Weg) zuerkannt, ein Film über die Liebe zweier junger Menschen, die am fundamentalen Islamismus des Mannes zu zerbrechen droht.

Bester Kurzfilm wurde «Mein Mallorca» von Bernadette Knoller. Der Film erzählt von einer Mutter mit sieben Kindern, die das Leben zu genießen weiß und auch noch eine Leidenschaft fürs Schreiben und für die Fotografie pflegt. Die Jury lobte, in nur 15 Minuten entstehe eine Welt, die sonst häufig ausgeblendet oder mit billigen sozialen Klischees belegt werde. Jurymitglied Andreas Dresen sagte: «Das ist der Gegenfilm zu den Hartz-IV-Thesen von Westerwelle.»

Seit Dienstag hatten jeweils zehn Spiel- und Kurzfilme in den Wettbewerben um die Preise konkurriert. Das Publikum kürte zudem «Katharina Joachim - genannt Thalbach» von Meike Materne zum besten Dokumentarfilm des Festivals, das nach Veranstalterangaben gut 18 000 Besucher verzeichnete. Das waren etwa so viele wie im Vorjahr. Das Filmkunstfest Mecklenburg-Vorpommern gilt als größtes Publikumsfestival in Ostdeutschland.

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