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Adrien Brody im Alien-Actionstreifen «Predators»

06.07.2010 18:05

Stuttgart - Auf einen Oscarpreisträger haben die Alien-Raubtiere «Predators» noch nie Jagd gemacht. Arnold Schwarzenegger machte als menschliches Wild 1987 den Anfang in der cineastischen Hatz.

Adrien Brody im Alien-Actionstreifen «Predators»

Futter für die Bestien: Adrien Brody als Royce und Alice Braga als Isabelle.

Einige B-Darsteller boten ihre athletischen Körper in zwei bluttriefenden «Alien vs. Predator»-Streifen feil (2004/2007). Nun wirft sich der Oscar-gekrönte Adrien Brody («Der Pianist») in die Action-Arena, in der zähnefletschende Aliens die Menschen metzeln wollen. In der Hollywood-Produktion «Predators» spielen einige bekannte Akteure mit, unter ihnen Laurence Fishburne und Alice Braga («I Am Legend»).

Es geht gleich zur Sache. Wozu eine Vorgeschichte, wenn die Metzelei doch ruckzuck starten kann? Sieben Männer und eine Frau landen mit Fallschirmen unsanft im Dschungel. Erst im freien Fall sind sie erwacht - ohne zu wissen, wie sie in die missliche Lage hineingeraten sind. Diese Ausgangslage erinnert an die TV-Serie «Lost» und die Horrormaschinerie der «Saw»-Filme. Denn alle Figuren haben eine dunkle Vergangenheit, die im Lauf der Handlung zutage tritt, ob als mexikanischer Auftragskiller oder afrikanischer Söldner. «Wir sind auch Predators, wir sind die Ungeheuer unserer Welt», wird den Zuschauern die tiefere Erkenntnis der Blutorgie verkündet.

Der Soldat Royce, gespielt von Brody, erkennt die Situation am schnellsten. «Dieser Planet ist ein Wildreservoir, und wir sind das Wild.» So nimmt das altbekannte Kinospiel vom Gejagten, der zum Jäger werden will, seinen Lauf. Laurence Fishburne ist als geistig verwirrter Bewohner eines abgestürzten Raumschiffes zu sehen - eingefleischten «Matrix»-Fans könnten da in Erinnerung an ihren heroischen Kommandanten Morpheus die Haare zu Berge stehen.

Treibende Kraft des «Predators»-Projekts war Action-Veteran Robert Rodriguez («Desperado», «Planet Terror»). 1994 hatte er ein «Predator»-Script vollendet, doch die Hollywood-Auftragsarbeit wurde nicht verwirklicht. Beim neuen Film stand Rodriguez als Produzent im Hintergrund, Regie führte Nimród Antal, («Vacancy», 2007). Das neue Script stammt von Alex Litvak und John Thomas. Beide sind noch weitgehend unbeschriebene Blätter in der Traumfabrik. Vom Klingeln der Kinokasse wird Rodriguez als Produzent profitieren.

Eine Spur Fortsetzungs-Charakter hat der neue Streifen, denn der Schwarzenegger-Film von 1987 wird mehrfach zitiert. Zum einen visuell mit einer Schlamm-Maskerade, in der Brody dem Infrarot-Blick des bissigen Alien entgehen will. An anderer Stelle wird von der ersten menschlichen Begegnung zwischen Homo Sapiens und Predator berichtet.

Inhaltlich folgen die Filmemacher den Action-Konventionen. Die Figuren sind flach gezeichnet, ihre Anzahl wird Schritt um Schritt dezimiert. Es gibt störrische Einzelgänger, dumme Haudegen und eine attraktive Frau als Ziel männlicher Begierde. Die Story ist linear, hat recht wenig logische Brüche und immerhin zwei, drei überraschende Wendungen. «Predators» ist solide Genre-Kost - mehr allerdings auch nicht. Auch wenn den Aliens reichlich Wasser im Maul zusammenläuft beim Blick auf das gut gefüllte Futterreservoir - die Verlockung eines cineastischen Leckerbissens verspricht «Predators» nicht.

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