(21.05.2012)
23.09.2010 13:26
Nürnberg - Von den vielen kritischen Stimmen zu seinem Werk «Jud Süß - Film ohne Gewissen» kommt für den Regisseur Oskar Roehler eine besonders überraschend: Er habe nicht mit den heftigen Reaktionen auf Moritz Bleibtreu als NS-Propagandaminister Joseph Goebbels gerechnet.
«Es ist überraschend, dass er, der von der Kritik immer geliebt wurde, jetzt als Knallcharge gilt. Aber Goebbels war eben eine Knallcharge», sagte Roehler am Mittwochabend in Nürnberg beim Filmgespräch der Evangelischen Stadtakademie. Und dies habe Bleibtreu dargestellt.
Bleibtreu habe bei der Ausgestaltung der Rolle weitgehend freie Hand gehabt, berichtete Roehler, der bereits in anderen Filmen wie etwa «Elementarteilchen» mit dem Schauspieler zusammengearbeitet hat. «Es ist eine Gratwanderung. Aber die Darstellung trifft den Kern des Wesens. Goebbels ist menschenverachtend und besonders frauenverachtend. Es sind die Mechanismen eines Machtmenschen.»
Der an diesem Donnerstag gestartete Spielfilm zeichnet die Entstehung des Nazi-Propagandafilms «Jud Süß» nach: Goebbels initiierte den Streifen, der Schauspieler Ferdinand Marian (Tobias Moretti) wurde Hauptdarsteller.
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