(21.05.2012)
04.05.2011 18:13
Berlin - Als nach zehn Jahren die letzten Szenen zur Harry-Potter-Saga im Kasten waren, flossen die Tränen. «An diesem Tag habe ich mich irgendwie leer gefühlt», sagte Daniel Radcliffe über den letzten Drehtag, der keinen der Beteiligten ungerührt ließ.
«An diesem Tag habe ich mich aus irgendeinem Grund so gefühlt, als ob die Zukunft düster und trostlos wäre. Obwohl ich wusste, dass sie das nicht ist. Aber ich dachte: Was soll ich nur ohne alle diese Menschen machen? Was mache ich jetzt bloß? Es war sehr traurig.»
Auch wenn für Emma Watson, Daniel Radcliffe und Rupert Grint «Harry Potter» Geschichte ist, verflogen ist die Magie des Zauberlehrlings noch lange nicht. Der letzte Teil der Saga, «Harry Potter und die Heiligtümer des Todes», wurde in zwei Filme aufgeteilt. Teil eins, der schon im November im Kino lief, ist vor Kurzem auf DVD erschienen und zauberte sich natürlich auf Anhieb auf Platz eins der DVD-Charts.
«Harry Potter» begeistert nach so langer Zeit natürlich noch immer seine Fans, auch wenn aus den einstigen Kinderfilmen längst Gruselkino geworden ist. Wenn am 5. Juni in Los Angeles die MTV Movie Awards verliehen werden, hat «Harry Potter und die Heiligtümer des Todes - Teil 1» Chancen auf sechs Preise.
Der Einstieg in den Film ist fulminant: Gleich die ersten Szenen schicken Zuschauern ohne magische Abwehrmechanismen und Zauberstab Schauer über den Rücken. Ein offenes Schlangenmaul füllt den Bildschirm. Geister mit der Optik von halb verwesten Leichen fliegen herum, und Ralph Fiennes als Inkarnation des Bösen, Lord Voldemort, ist alles andere als der gewohnt recht angenehme Anblick.
Gruseln ist also auf jeden Fall gesichert. Doch Regisseur David Yates schafft den Spagat und bringt bei aller Finsternis trotzdem noch reichlich Emotionen, originelle Ideen und sogar Witz unter. Die Originalität sichert wie in allen sechs Teilen zuvor auch wieder die Riege der Top-Schauspieler, die sich von Anfang an für die durch und durch britische Jugendbuchverfilmung begeistern konnten. Helena Bonham Carter als bitterböse Hexe, Alan Rickman als zweideutiger Zaubermeister, Imelda Staunton als rosarote schwarze Magierin.
Nachdem Harry (Daniel Radcliffe) im sechsten Buch und Film herausgefunden hat, dass der dunkle Lord Voldemort seine Seele in mehrere Teile aufgespalten hat, um sich unsterblich zu machen, geht er nun auf die Suche nach diesen Stücken. Erst wenn sie zerstört sind, gibt es eine Chance auf den Sieg des Guten über das Böse - von Harry über Voldemort.
Zur Seite stehen Harry natürlich wie immer seine Freunde Hermine (Emma Watson) und Ron (Rupert Grint). Der Unterschied nur: Gab es bislang oft Hilfe von Erwachsenen, sind die Teenies diesmal völlig auf sich gestellt. Um sie herum breitet sich das Böse aus - ihre Familien und Freunde sind in höchster Gefahr. Immer mehr Figuren sterben.
Schwarz, grau, und jede Menge rote Flecke dazwischen: Die dominierenden Farben sprechen Bände. Wie im Buch gehen die Freunde durch eine Phase voller Hoffnungs- und Ziellosigkeit. Zwischendurch fließt und tropft und spritzt reichlich Blut. Auch das Geheimnis, was ein Heiligtum des Todes ist, wird entzaubert. Teil 2 kommt am 14. Juli in die Kinos.
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