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Gary Cooper starb vor 50 Jahren

12.05.2011 13:30

Los Angeles - Mit einer Länge von 1,91 Metern gehörte der charmante, aber oft einsilbige Gary Cooper zu Hollywoods größten Leinwandstars. Der Schauspieler gab in über 100 Filmen den Ton an, meist als aufrechter Sheriff - wie in seiner «Zwölf Uhr mittags»- Paraderolle, als stoischer Held oder als geradliniger Liebhaber.

Gary Cooper starb vor 50 Jahren

Gary Cooper als Sheriff Will Kane in einer Szene des Films «Zwölf Uhr mittags» («High Noon») aus dem Jahr 1952.

Bei seinem letzten Auftritt vor der Filmkamera in dem Schwarz-Weiß-Thriller «Ein Mann geht seinen Weg» war er schon schwer an Krebs erkrankt. Die Premiere erlebte Cooper nicht mehr mit. Heute vor 50 Jahren (am 13. Mai 1961) verlor der Filmheld seinen Kampf gegen die Krankheit.

Keiner fehlte bei Coopers Begräbnis auf dem Holy Cross Friedhof in Los Angeles: Marlene Dietrich, John Wayne, Burt Lancaster, Frank Sinatra und Fred Astaire waren unter den Trauergästen. Sein enger Freund James Stewart und Regisseur Henry Hathaway halfen mit, den Sarg zu tragen. Heute müssen Cooper-Fans zu einer anderen Grabstätte pilgern. Auf Wunsch seiner Angehörigen wurde der Verstorbene 1974 auf einen Friedhof nach Southhampton (US-Staat New York) umgebettet.

Frank James Cooper wurde am 7. Mai 1901 auf einer Farm im US-Staat Montana geboren. Seine Eltern waren aus England eingewandert, sein Vater wurde als Richter und Rancher reich. Als guter Reiter und drahtiger Sportler fasste Cooper mit kleinen Stuntrollen in Hollywood Fuß. Sein Manager, der aus der Stadt Gary (Indiana) kam, verpasste ihm den neuen Vornamen. Als Gary Cooper stand er ab 1925 zunächst in Stummfilmen vor der Kamera. Die Schauspielerei hatte er nie gelernt, das Paramount-Studio nahm den überdurchschnittlich großen Schönling dennoch unter Vertrag.

In dem Liebesdrama «Marocco» (1930) machten sich Cooper und Marlene Dietrich unter der Regie von Josef von Sternberg schöne Augen. 1932 übernahm er die Hauptrolle in dem Drama «In einem anderen Land» nach dem Roman von Ernest Hemingway. Cooper, der mit dem Autor befreundet war, trat mit Ingrid Bergman auch in Hemingways Bürgerkriegsdrama «Wem die Stunde schlägt» (1943) auf. Seine erste von fünf Oscar-Nominierungen holte sich Cooper 1936 mit der Frank- Capra-Komödie «Mr. Deeds geht in die Stadt». Unter der Regie von Howard Hawks spielte er in «Sergeant York» einen hoch dekorierten Soldaten und wurde dafür 1942 mit dem Oscar zum besten Hauptdarsteller gekürt.

Doch vor allem waren es die Western-Rollen, in denen Cooper als aufrechter Held glänzen konnte. Cecil B. DeMille holte ihn für «Der Held der Prärie» (1936) und für «Die scharlachroten Reiter» (1940) vor die Kamera. Cooper war schon über 50, als ihm Fred Zinnemann die Rolle des mutigen Sheriffs Will Kane in «High Noon» («Zwölf Uhr mittags») anvertraute. Die blutjunge Grace Kelly spielte seine fromme Quäker-Ehefrau. Es war eine Charakterstudie, die viel mehr als nur Duelle und Schießereien zu bieten hatte. Cooper gewann damit seinen zweiten Oscar, den allerdings John Wayne bei der Gala 1953 stellvertretend im Empfang nahm. Cooper war mit Dreharbeiten in Mexiko und Frankreich eingedeckt.

Ab 1936 schaffte es Cooper 18 Mal auf die Liste von Hollywoods Spitzenverdienern, nach «High Noon» belegte er 1953 den ersten Platz. Er zog nicht nur das Publikum, sondern auch weibliche Stars an. Cooper wurden Romanzen mit Marlene Dietrich, Ingrid Bergman, Grace Kelly und Carole Lombard nachgesagt. Doch auf dem Papier war er - bis zu seinem Tod - fast 30 Jahre mit der Schauspielerin Sandra Shaw verheiratet. Das Paar hatte eine Tochter.

Im Frühjahr 1960 wurde Cooper zweimal operiert. Er litt an Prostata- und Darmkrebs, im Herbst stand er schon wieder vor der Kamera. Doch der Krebs breitete sich weiter aus. Im April 1961 war er zu krank, um sich seinen Ehren-Oscar abzuholen. Sein bester Freund, James Stewart, nahm die Trophäe unter Tränen in Empfang. So erfuhr die Welt, dass Cooper im Sterben lag. Pablo Picasso, Ernest Hemingway, die britische Queen und Grace Kelly aus Monaco schickten Genesungswünsche, schreibt die Filmdatenbank «Imdb.com». Der frisch vereidigte US-Präsident John F. Kennedy rief persönlich bei Cooper an.

Am 13. Mai, knapp einen Monat nach der Oscar-Verleihung, starb der Schauspieler. Nur sechs Tage zuvor hatte er seinen 60. Geburtstag gefeiert. Auf der von Humphrey Bogart angeführten Liste der größten Leinwandhelden belegt Cooper den 11. Platz. Das renommierte «American Film Institute» platzierte ihn gleich hinter Charlie Chaplin, aber noch vor Gregory Peck und John Wayne.

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