(21.05.2012)
20.05.2011 12:22
Berlin - Harry Hirsch ist unsterblich: Otto Waalkes' rasender Reporter hat auch in «Otto's Eleven» (jetzt auf DVD erschienen) einen Auftritt - und das gleich im Doppelpack, in einem grandiosen Moment die legendäre Spiegelszene der Marx-Brothers imitierend.
Als Erfinder solcher Figuren wie Harry Hirsch, Susi Sorglos und ihr Fön, Kommissar Kringel oder seiner berühmten Ottifanten ist Otto einer der erfolgreichsten Vertreter der deutschen Comedyszene und hat den Humor hierzulande geprägt wie nur wenige andere. Und er spielt noch immer in der obersten Liga mit, auch wenn nicht wenige seiner Gags einen immer wieder direkt in die 70er und 80er Jahre beamen. «Komik ist Überraschung plus Wiedererkennen», meint Otto.
Wie im allerersten, sensationell erfolgreichen Waalkes-Film von 1985 ist in «Otto's Eleven» wieder Silberlocke Sky du Mont dabei. Außerdem versammelte Regisseur Sven Unterwaldt («7 Zwerge») Komiker der ersten Riege: Olli Dittrich als berühmter Reporter Harry Hirsch, Rick Kavanian als Koch und Mirco Nontschew als dämlicher Möchtegern-Bodybuilder im «Muscle Toff»-Hemd.
Neuentdeckungen sind der schlaksige Arnd Schimkat als Computernerd und Max Giermann, der viel Platz für seine Stefan-Raab-Parodie bekommt und an Jim Carrey erinnert. «Germany's Next Topmodel» Sara Nuru spielt in ihrem Filmdebüt eine Casino-Angestellte. Die Kulisse ist cartoonhaft und stilisiert. Auf der Straße parken Oldtimer, die Computer sind modern.
«Der Film hat stark ottobiografische Züge. Ich bin in Wohngemeinschaften groß geworden. Da haben sich wahre Freundschaften entwickelt, mit Lindenberg, Westernhagen und den ganzen Wahnsinnigen», meinte der Friesenjunge, der sich für seine Filme einfach neue Wohngemeinschaften bastelt, in einem dpa-Interview.
Und ja, eine Handlung gibt es auch. Otto wohnt als Künstler mit Freunden auf der märchenhaften Mini-Insel «Spiegeleiland» in der Nordsee: «Ich bin Watt-Maler und brauche die Transpiration.» Die fünf Insulaner drehen einen Film, um den Tourismus anzukurbeln. Ein durchtriebener Casino-Besitzer (du Mont) entdeckt darin ein kostbares Gemälde in Ottos Hütte, fährt mit seiner Assistentin zur Insel und luchst dem Maler das Bild ab. Daraufhin beschließen die fünf Freunde, dass «Schluss mit frustig» ist, reisen übers Meer und planen einen Coup, um das Gemälde aus dem Casino-Tresor in Bad Reibach zurück zu holen.
Eine Parodie auf George Clooneys «Ocean's Eleven» soll der Streifen aber trotzdem nicht sein, sondern eher eine Hommage. «Außerdem hatte ich zweimal mit 7 Zwergen zu tun, jetzt brauchte ich eine Steigerung - Otto's Elf», meinte der Komiker im Interview mit der Fernsehzeitschrift «TV Movie». Als nächstes könnten «Otto und das dreckige Dutzend» oder «Otto Baba und die 40 Räuber» kommen.
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