(21.05.2012)
06.06.2011 15:55
München - Es ist ein uralter Kampf: Männer und Frauen, so scheint es, passen einfach nicht zusammen. Filme zu diesem Thema sind oft herrlich komisch - sofern sie nicht in Klischees steckenbleiben wie die neue italienische Komödie «Kusswechsel».
Was wäre die Welt ohne Klischees: Echte Männer sind unsensibel, fußballbegeistert und gieren allem nach, was einen Rock und zwei hübsche Beine hat. Frauen dagegen schuften im Haushalt, verdrehen die Augen über ihre ungeschickten Ehegatten und tauschen über all der Sorge für die Familie ihren Liebreiz gegen kratzbürstige, mütterliche Bestimmtheit ein. Eine Steilvorlage für eine Komödie, die der italienische Episodenfilm «Kusswechsel» allerdings nicht ausnutzt.
Es sind vier Paare, die der Film begleitet: Annas Mann geht fremd und behandelt sie wie eine Haushälterin. Als Piero bei einem Unfall sein Gedächtnis verliert, ergreift sie ihre Chance. Sie will ihn «neu formatieren» - zum hilfsbereiten und liebevollen Ehemann. Diese Hoffnung hat Paola aufgegeben. Sie ist von Marcello getrennt. Nur einmal im Jahr treffen sie sich, um seiner Mutter bei einem Besuch mit ihren beiden Kindern heile Familie vorzuspielen. Diana und Valentina dagegen kämpfen gegen die Musikbegeisterung ihrer Männer. Sie wollen keine Kerle, die sich bei Konzertauftritten wie die Beatles aufführen. Doch der Hang der Ehegatten zu John Lennon und Paul McCartney scheint stärker zu sein, als die Liebe zu ihren Frauen.
Im Italienischen heißt der Film «Femmine contro Maschi» - Frauen gegen Männer. Und gekämpft wird mit harten Bandagen, wenn auch nicht mit raffinierten Mitteln. Zu vorhersehbar sind die Geschichten, die Regisseur Fausto Brizzi verwoben hat. Statt mit den Vorurteilen zu spielen, erstarrt der Film über weite Strecken in den Stereotypen des Geschlechterkampfes und garniert ihn bisweilen mit einem recht altväterlichen Humor.
Gut gewählt wurden dagegen die Schauspieler, die dem Film in Italien einen großen Erfolg bescherten: Claudio Bisio («Willkommen im Süden») als mutterliebender Marcello, Luciana Littizzetto als gewiefte Anna oder das Komiker-Duo Ficarra und Picone, die als Beatles-begeisterte Freunde Rocco und Michele einfach nicht erwachsen werden wollen. Und so ist es vor allem ihrem amüsanten Spiel zu verdanken, dass man auch bei «Kusswechsel» doch immer wieder mal laut lachen muss.
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