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«The Way Back»: Action-Drama mit Colin Farrell

27.06.2011 08:32

Berlin - Nach sieben Jahre Pause meldet sich der australische Meisterregisseur Peter Weir im Kino zurück und feiert in «The Way Back - Der lange Weg» mit packender Spannung die Freiheit des Einzelnen.

«The Way Back»: Action-Drama mit Colin Farrell

Colin Farrell (l-r), Peter Weir, Saoirse Ronan, Jim Sturgess und Ed Harris bei der Premiere von «The Way Back» in Madrid.

Ein Blick zurück mit Sicht auf die Gegenwart: In «The Way Back» schildert der Regisseur Peter Weir Ereignisse aus der Zeit unmittelbar nach Ende des Zweiten Weltkriegs und zielt dabei deutlich aufs Heute.

Das spannungsgeladene Action-Drama, das auch als klarsichtiger Polit-Thriller überzeugt, basiert auf den 1952 erschienenen Memoiren des Polen Slavomir Rawicz. Mit Stars wie Colin Farrell und noch nicht so bekannten Schauspielern wie dem Deutschen Sebastian Urzendowsky ist das Werk des «Truman Show»-Regisseurs exzellent besetzt.

Verfolgt wird die gefahrenreiche Flucht einiger Männer von Sibirien nach Indien. Fast 7000 Kilometer müssen der Pole Janusz (Jim Sturgess) und einige seiner Kameraden zurücklegen - eine Strecke voller Gefahren von außen, aber auch aus dem Inneren, sogar aus dem Kreis der Kameraden, die dem stalinistischen Terror des Gulags, des sowjetischen Straflagers, entkommen wollen.

Hier liegt vor allem die Stärke des Films. Neben aller Action im Kampf gegen die Gewalt in Natur und Gesellschaft nimmt die differenzierte Darstellung der Gefahren verlogener persönlicher Beziehungen breiten Raum ein: Intoleranz, Neid und Machtsucht entpuppen sich als oft größere Feinde der Menschlichkeit denn Stacheldraht und Kerkermauern.

Kameramann Russell Boyd fand bedrückende Bilder für die grausige Enge des Lagers in Sibirien und für die gefahrenreiche Weite der Landschaft, durch die der Trupp der Verzweifelten in die Freiheit fliehen will. Angst, Hunger, Naturgewalten und (un)menschliche Niedertracht finden in diesen vielsagenden Bildern eine geradezu grandiose Entsprechung.

Wie schon in seinen Hollywood-Meisterwerken «Der einzige Zeuge» und «Die Truman Show» gelingt es Peter Weir mit schier ungeheurer Intensität, die Frage nach dem Verhältnis von individueller Verwirklichung und notwendiger Anpassung an Anforderungen durch die Lebensumstände in eine an den Nerven zerrende Erzählung einzubetten. Besonders gefällt dabei, dass der Regisseur ohne falsches Pathos und kitschige Musik auskommt. Zu Recht verlässt er sich auf sein Gespür für spannende Inszenierungen, die exzellente Bildgestaltung und vor allem die Kraft seiner durchgehend hervorragenden Schauspieler. So gelingt ihm ein wirklich klassisches Kino-Abenteuer, das durch seinen Tiefgang auch hohen Ansprüchen genügt.

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