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«Larry Crowne»: Roberts und Hanks als Liebespaar

26.06.2011 15:45

Berlin - Larry Crowne ist ein Spießer. Aber er ist glücklich. Als Manager einer Supermarktkette war er schon acht Mal «Mitarbeiter des Monats» - und deshalb denkt er sich auch nichts Böses, als ihn seine Chefs an jenem Freitag zum Gespräch bitten.

«Larry Crowne»: Roberts und Hanks als Liebespaar

Tom Hanks bei der Premiere seines Films «Larry Crowne» in Berlin.

Danach ist jedoch klar, dass Larry am Montag erst gar nicht mehr erscheinen muss: Er ist gefeuert. Oscar-Preisträger Tom Hanks spielt Larry, der nach seinem Rausschmiss emotional wie finanziell vor dem Nichts steht. Wie soll er den Sprit für das dicke Auto, wie die Hypothek für das große Haus bezahlen, in dem er seit der Scheidung von seiner Frau allein lebt? Und was soll Larrys Leben jetzt eigentlich noch Sinn und Form geben?

Für Hanks (54) ist Larry eine Paraderolle. An der Seite von Julia Roberts (43) als Lehrerin und Gugu Mbatha-Raw (27) als Rollergang-Mitglied wandelt er sich vom tollpatschigen, unscheinbaren Vorstadt- Bürger zum moderat coolen Typen mit Esprit. Das hat Charme und Witz, kommt aber oft auch ziemlich moralisch und missionierend rüber.

Ganz dem amerikanischen Traum und der viel gepriesenen Stehauf-Mentalität verpflichtet, lässt Larry die Kränkung nämlich nicht auf sich sitzen. Er sei nicht mehr für das Unternehmen geeignet, weil er keinen College-Abschluss habe, begründeten die Chefs seine Entlassung. Also marschiert Larry zum nächstgelegenen College, um seinen Abschluss nachzumachen.

Jetzt kommt Julia Roberts ins Spiel, die eine hinreißend schlecht gelaunte Rhetorik-Lehrerin abgibt. Diese Mrs. Tainot hat allerdings auch allen Grund, mit ihrem Leben zu hadern: Ihr Ehemann ist ein erfolgloser Schriftsteller, der statt an seiner Karriere zu arbeiten, lieber Internet-Pornos schaut. Und ihre Rhetorik-Kurse sind auch nicht gerade ein Hit bei den Schülern. Da hilft nur noch Alkohol.

Als eines Morgens wieder einmal die Mindestanzahl von zehn Schülern nicht erreicht ist (einer fehlt!), will Mrs. Tainot den Unterricht schon erleichtert absagen. Doch da stürmt Larry ins Klassenzimmer.

Es dauert lange, bis die strenge, traurige Lehrerin und ihr reichlich unbedarfter Schüler zueinander finden. Einen großen Anteil daran hat die Studentin Talia (Mbatha-Raw), die Larry nicht nur in ihre Rollergang aufnimmt, sondern ihm auch ein neues, modisches Outfit verpasst - als ob eine äußerliche Veränderung schon einen neuen Menschen aus Larry machen könnte.

Hanks führte selbst Regie bei dem Film und schrieb auch am Drehbuch mit. Mit «Larry Crowne» liefert er zwar ganz solide Unterhaltung. Doch seine Story ist nicht nur vorhersehbar, sondern auch ziemlich naiv. Und die tatsächlichen Probleme von Arbeitslosen nimmt Hanks nicht richtig ernst.

So hat Larry bis zu seiner Kündigung ein zufriedenes Leben geführt. Das Einzige, was ihm in seiner neuen Situation wirklich helfen kann, ist ein neuer Job. Nur den wenigsten Arbeitslosen wird es jedoch gelingen, sich so gut gelaunt und unbeschwert wie Larry an den eigenen Haaren aus dem Sumpf der Verzweiflung zu ziehen. Dieser Optimismus wirkt zumindest auf den deutschen Zuschauer ziemlich aufgesetzt und oberflächlich.

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