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Sebastian Urzendowsky in Hollywood

30.06.2011 15:55

Berlin - Sebastian Urzendowsky nimmt mit Bescheidenheit für sich ein. Auch nach seinem Hollywood-Debüt im Action- und Polit-Drama «The Way Back» von Star-Regisseur Peter Weir bleibt der 26-jährige auf dem Boden.

Sebastian Urzendowsky in Hollywood

Junger Schauspieler mit Hollywood-Erfahrung: Sebastian Urzendowsky.

Die Frage, ob jetzt eine Karriere in den USA ansteht, beantwortet er mit einem klaren «Nein». Er ergänzt: «Wenn ein gutes Angebot kommt, werde ich nicht ablehnen. Aber darauf baue ich nicht. Es gibt so viele gute Filme in Deutschland und in anderen europäischen Ländern, dass ich hoffentlich genug zu tun hab.»

«The Way Back» erzählt die Geschichte von mehreren Männern, die nach Ende des Zweiten Weltkriegs aus einem Gulag, einem sowjetischen Straflager, ausbrechen. Tausende Kilometer müssen sie fliehen und dabei gegen Naturgewalten wie auch persönliche Niedertracht kämpfen. Sebastian Urzendowsky spielt einen der Flüchtlinge, den erst 17-jährigen Kazik. Mit kleinen Gesten und verhaltener Mimik verleiht er dem Jungen einprägsam Gestalt.

An die Zusammenarbeit mit Stars wie Ed Harris und Colin Farrell erinnert sich Sebastian Urzendowsky gern. Dazu erzählt er: «Erst mal hatte ich Schiss vor den großen Namen. Aber das hat sich bald gelegt, denn sie alle sind einfach gute Kollegen.» Allerdings schwärmt er von Regisseur Peter Weir: «Der Mann guckt sehr genau, hat eine mitreißende Energie und nimmt sich auch die Zeit, Vorschläge anzuhören. Ich habe ihn als wirklich beflügelnd erlebt.»

Im Gespräch betont Sebastian Urzendowsky mehrfach, wie wichtig für ihn Teamarbeit ist. «Das ist doch das Tolle an dem Beruf», sagt er, «dass die Einfälle von verschiedenen Persönlichkeiten zusammen kommen und dann etwas entsteht, was im besten Fall viele Zuschauer anspricht.» Mit Blick auf «The Way Back» hofft er, «dass die Zuschauer angeregt werden, etwas mehr über Fragen des menschlichen Miteinanders nachzudenken».

Sebastian Urzendowsky hat im Vorjahr das Schauspielstudium an der Berliner Hochschule der Künste abgeschlossen hat. Die Ausbildung und erste Theatererfahrungen haben, wie er sagt, «den Respekt vor dem Beruf des Schauspielers erheblich gesteigert». Es sei viel passiert, seit er mit 13 Jahren in dem 2000 uraufgeführten Jugendfilm «Paul is dead» von Regisseur Hendrik Handloegten debütierte. «Damals war es ein Spaß», schmunzelt Sebastian Urzendowsky, «jetzt ist das Schauspielen eine Leidenschaft.»

Gut möglich übrigens, dass Sebastian Urzendowsky auch einmal ein Drehbuch schreiben oder Regie führen wird. Denn im Gespräch wird schnell klar, dass er sich für viele Aspekte der Filmkunst interessiert. Darauf angesprochen, hält er sich jedoch etwas bedeckt: «Auszuschließen ist es nicht, aber sichere Pläne gibt es keine.» Auch über seinen Alltag redet der in seiner Geburtsstadt lebende Berliner ungern. Dazu sagt er nur: «Privatleben ist Privatsache.»

Sicher ist, dass Sebastian Urzendowsky das Zeug zu einer internationalen Karriere hat. Den Grundstein dazu legte er bereits 2007 im österreichisch-deutschen Auslands-«Oscar»-Gewinner «Die Fälscher» (2007). «The Way Back» markiert einen ersten Höhepunkt. Der nächste steht im Sommer an: Sebastian Urzendowsky wird im August beim Internationalen Filmfestival im schweizerischen Locarno sein neuestes Projekt vorstellen - einen französischen Spielfilm mit dem Titel «Un amour de jeunesse» («Eine Jugendliebe»).

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