(21.05.2012)
27.07.2011 16:08
Paris - Dany Boon (45) arbeitet in seiner jüngsten Komödie «Nichts zu verzollen» mit denselben filmerischen Ingredienzen wie in seinem Erfolgswerk «Willkommen bei den Sch'tis». Zufall oder Absicht? Der Schauspieler, Regisseur und Drehbuchautor über seinen Stil und seine Erfolge.
Wie ist die Idee zu dieser Geschichte über den französisch-belgischen Zoll mehr als 15 Jahre nach Abschaffung der Grenzen entstanden?
Boon: «Ich kenne diesen Grenzübergang gut. Als ich in Belgien Kunst studierte, bin ich oft über diese Grenze und wurde regelmäßig kontrolliert. Als ich zur Werbung von "Willkommen bei den Sch'tis" in Belgien nach Jahren wieder über diese Grenze ging, war dieser Übergang nur noch ein Geisterort. Das gab mir die Idee und die Lust zu diesem Film.»
Sie haben in Ihrer Komödie diesmal auch Sozialkritik mit eingebaut. Jedoch nur sehr dezent. Aus Angst in Fettnäpfchen zu treten?
Boon: «Ich habe den Patriotismus in Form einer Komödie thematisiert. Auch den Rassismus. Das war nicht immer einfach, denn man muss wissen, wo die Grenzen sind.»
Ihr Film «Willkommen bei den Sch'tis» zog mehr als 20 Millionen Zuschauer in die Kinos. War dieser Erfolg für Sie bei der Arbeit an Ihrem neuen Film eher belastend oder motivierend?
Boon: «Der Erfolg war natürlich eine Ermutigung. Aber der Film ist zu einem Gesellschaftsphänomen geworden. Er ist mir irgendwie entglitten. Ich glaube, der Film kam zur richtigen Zeit heraus. Er hätte zwei Jahre später wahrscheinlich nicht mehr denselben Erfolg gehabt. Natürlich ist der Erfolg toll, aber mich interessiert eher, wie ein Film wahrgenommen wird, ob die Leute lachen oder sich langweilen. Das ist mir wichtiger.»
Ihre Filme haben Nordfrankreich zum Schauplatz und Vorurteile der dortigen Bevölkerung zum Thema. Wollen Sie daraus Ihre Bestimmung machen?
Boon: «Ich bin dort geboren, ich liebe diese Gegend, und ich habe in dieser Kultur gebadet. Ich kenne die Leute, die mir sehr am Herzen liegen. Und weil ich alles kenne, kann ich auch darüber drehen. Das amüsiert mich, ich mag den Akzent. Ich bin erst spät nach Paris gegangen und leider nur noch selten im Norden.»
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