(21.05.2012)
01.09.2011 19:22
München - Patricia Clarkson ist das, was man im Showgeschäft wohl einen alten Hasen nennt. Die 51-Jährige steht seit Jahrzehnten vor der Kamera, hat in unzähligen Filmen mitgespielt und mit einigen der besten Regisseure der Welt gedreht.
Ihr Gesicht kennen die meisten Filmfans, ihren Namen dagegen kaum. Denn Clarkson ist in Hollywood die Frau für die leisen Töne - und bleibt als Nebendarstellerin oft im Hintergrund. Vom 8. September an ist sie hinter Mila Kunis und Justin Timberlake in «Freunde mit gewissen Vorzügen» zu sehen. Eine Woche vorher aber ist das Spotlight auf sie gerichtet. Am 1. September startete die romantische Liebesgeschichte «Cairo Time» in den deutschen Kinos.
Clarkson spielt darin die Modejournalistin Juliette, die nach Ägypten reist und sich dort in die fremde Kultur verliebt - und in einen Freund ihres Mannes. Clarkson spielt überragend. Die Rolle sei eine große Chance, sagt die Schauspielerin aus dem US-Bundesstaat Louisiana. «Es ist eben so, dass die Zahl der Rollen für Frauen in meinem Alter einfach eingeschränkt ist. Und wenn es dann einmal eine große, tolle Rolle gibt, dann spielt sie Meryl Streep», sagt sie im Interview der Nachrichtenagentur dpa - und lacht.
Das macht sie oft und gerne. Gerade darum könne sie eigentlich nicht verstehen, warum sie immer wieder für die Rolle der ruhigen und zurückhaltenden Frau - so eine Frau ist auch Juliette - gecastet wird. «Menschen, die mich nicht kennen, halten mich für zurückhaltend. Ich habe diese tiefe Stimme, und darum denken viele Menschen auch, dass ich von Natur aus eher düster gestimmt bin. Sie wissen nicht, dass ich eigentlich bekloppt bin.»
In der Vergangenheit hat sie unter anderem mit Woody Allen «Vicky Cristina Barcelona» gedreht und mit Martin Scorsese «Shutter Island». «Ich habe schon meinen Anteil an großen Filmen gehabt», sagt Clarkson - und an großen Fernseh-Erfolgen auch. In Alan Balls Bestatter-Serie «Six feet under» spielte sie eine Gastrolle. Ihre großen Auftritte aber hatte sie in kleineren Independent-Filmen. Im Remake des Horror-Klassikers «Carrie» von 2002 spielte sie die fanatische Mutter, die ihre Tochter gnadenlos unterdrückt.
Dass Frauen wie sie, Helen Mirren, Julian Moore oder Annette Bening erfolgreich geworden seien, habe viel mit dem Independent-Film zu tun, sagt Clarkson heute. «Er hat geholfen, diese Frauen und ihre Charaktere am Leben zu halten.» Heute sei die Situation für Schauspielerinnen, die keine 20 mehr sind, deutlich besser.
Schon mit zwölf Jahren wusste die blonde Südstaaten-Schönheit, dass sie Schauspielerin werden will - und diesem frühen Wunsch sei es auch zu verdanken, dass sie heute nicht verheiratet ist und keine Familie hat. «Der Schauspielerin in mir war dieses konventionelle Leben einfach nicht künstlerisch genug», sagt sie - und lacht schon wieder.
| weitere meldungen |