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Mit «Glee» in 3D auf Tour

19.09.2011 11:11

Berlin - Sie singen, sie tanzen und sie kämpfen mit den alltäglichen Problemen US-amerikanischer Jugendlicher: Die Musical-Serie «Glee» um die Mitglieder eines High-School-Show-Chors ist ein Phänomen - in den USA jedenfalls.

Mit «Glee» in 3D auf Tour

Die Musical-Serie «Glee» ist in den USA ein Hit. (Bild: 20th Century Fox)

In diesem Sommer ging mehr als ein Dutzend der Darsteller, die großteils Theater- und Musicalerfahrung haben, mit ihren Liedern auf Tournee. Die «Glee Live! In Concert!»-Tour umfasste 44 Städte in den USA, Kanada und Großbritannien und war mit 500 000 Tickets ausverkauft.

Während der Shows im IZOD-Center in East Rutherford (US-Bundesstaat New Jersey) liefen Kameras mit und lieferten Stoff für die 3D-Konzertdokumentation «Glee On Tour - Der 3D Film». Die Regie übernahm Kevin Tancharoen, der auch den Musical-Film «Fame - Der Weg zum Ruhm» drehte.

Im Vordergrund stehen die Interpretationen der Songs wie «I'm a Slave 4U»von Britney Spears und Katy Perrys «Teenage Dream», aber auch das hymnische «Don't Stop Believin'» von der Rockband Journey. Einen Gastauftritt von Gwyneth Paltrow («Iron Man») gibt es inklusive. Dazwischen zeigen die Filmemacher Interviews mit den Darstellern und einigen ausgewählten Fans. Die «Gleeks» berichten davon, welch großen Einfluss die Serie auf ihr Leben habe. Der Film richtet sich an die Fans, die die Konzerte verpasst haben - aber vor allem ist er ein weiteres Puzzleteil in der ausgeklügelten Merchandising- und Marketingmaschinerie.

Denn seit Serienstart im Jahr 2009 locken die Geschichten um Lea Michele, die die schüchterne Rachel Berry verkörpert, Chris Colfer (Kurt Hummel) und ihre Mitstreiter Woche für Woche rund elf Millionen Zuschauer. Promis wie Ex-Beatle Paul McCartney oder Oscar-Preisträger Javier Bardem («No Country for Old Men») haben Gastauftritte. Die Lieder werden millionenfach auf Downloadportalen wie Apples iTunes heruntergeladen, CDs und DVDs finden großen Absatz. Dazu hat die Serie Dutzende Nominierungen und Auszeichnungen bei den begehrten Emmys und Golden Globes abgeräumt.

In Deutschland fristet die Serie dagegen eher ein Nischendasein. Zwar hat unter anderem das Jugendmagazin «Bravo» die Darsteller schon das eine oder andere Mal aufs Cover gehoben. Die Einschaltquoten dümpeln aber seit dem Start der ersten Staffel Anfang des Jahres auf Super RTL im niedrigen einstelligen Bereich. Die Folgen der zweiten Staffel, die im September angelaufen ist, erreichen auch kaum das ausgegebene Ziel von vier Prozent Marktanteil. Die Mediengruppe RTL Deutschland, die sich die Rechte gesichert hat, verfrachtete «Glee» auf den vor allem auf Kinder ausgerichteten Spartenkanal.

In den USA lief die Serie dagegen auf dem großen Sender Fox im Umfeld der erfolgreichen Castingshow «American Idol». Der Konzertfilm allerdings spielte am ersten Wochenende in den USA 5,7 Millionen Dollar ein und erreichte damit nur Platz elf der Charts.

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