(21.05.2012)
24.09.2011 16:26
Neu Delhi - Der Künstler Arun (Indiens Superstar Aamir Khan) redet nicht gern. Selbst eine Vernissage mit seinen Bildern eröffnet er nur widerwillig. Unter den Gästen ist jedoch Shai.
Die attraktive Bankerin aus New York hat indische Wurzeln und will in Mumbai, dem früheren Bombay, ein wenig Tempo aus ihrem hektischen Leben nehmen. Sie verbringen eine gemeinsame Nacht - und gehen am Morgen auseinander. Auch weil Arun wieder zum verschlossenen Einzelgänger wird. Shai ist enttäuscht, doch ihre Wege sollen sich wieder kreuzen.
In der Zwischenzeit trifft sie auf Munna. Der junge Mann aus den Slums träumt von einer Karriere in der indischen Filmwelt Bollywood und hält sich mit vielerlei Jobs über Wasser. Meist arbeitet er im Dhobi Ghat, dem berühmten Wäschereiviertel von Mumbai, und trägt der Kundschaft die gewaschenen Sachen ins Haus.
Shai und Munna trennen Welten - dennoch kommen sie sich näher. Shai fotografiert den Möchtegernschauspieler in Heldenpose für die Bewerbungsmappe, der Überlebenskünstler zeigt ihr seine Stadt. Und dann ist da noch Yasmin. Nach seinem Umzug findet Arun in der neuen Wohnung ein Kästchen mit Videokassetten. Die junge Muslimin hat die Clips aufgenommen und erzählt darin vom Leben in Mumbai, ihren Freuden und Sorgen. Arun ist fasziniert von diesen Tagebüchern - und muss miterleben, wie sich die Hausfrau verändert.
Vier Menschen, eine Stadt: «Bombay Diaries» (Originaltitel Dhobi Ghat) ist das Debüt von Regisseurin und Drehbuchautorin Kiran Rao. Der Film entspricht nicht dem im Westen noch immer weit verbreiteten Bollywood-Klischee. Vielmehr reiht er sich ein in die zahlreichen erfolgreichen indischen Produktionen der letzten Jahre, die unter dem inoffiziellen Label New Bollywood auf den Markt kamen und ohne Tanz- und Gesangseinlagen Geschichten aus dem ganz normalen Leben erzählen.
Zum Blockbuster wurde der Film in Indien freilich nicht, obwohl mit Kiran Raos Ehemann Aamir Khan ein echter Superstar die Hauptrolle spielt. Das lag aber vor allem daran, dass die Zielgruppe - vor allem die gebildete Mittelschicht - einfach nicht groß genug ist. Die Kritiker allerdings zeigten sich durchweg angetan und auch beim städtischen «Nischenpublikum» feierten die Bombay-Tagebücher beachtlichen Erfolg.
In Deutschland sollte dieser Film des neuen Bollywood-Kinos ebenfalls seine Anhänger finden. Denn sehenswert ist die Geschichte über eine der spannendsten Metropolen der Welt und vier ihrer Bewohner trotz einiger Längen allemal.
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