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Filmfest Braunschweig ehrt Isabelle Huppert

13.11.2011 19:18

Braunschweig - Wie viele Preise sie schon erhalten hat, weiß die französische Schauspielerin Isabelle Huppert selbst nicht mehr. Am Sonntag kam noch einer dazu.

Filmfest Braunschweig ehrt Isabelle Huppert

Isabelle Huppert hat den Darstellerpreis «Die Europa» erhalten. Archivbild: Jeon Heon-Kyun

Das 25. Internationale Filmfest Braunschweig würdigte ihre Leistungen für das europäische Kino mit dem mit 10 000 Euro dotierten Darstellerpreis «Die Europa». Natürlich seien die Preise auch für sie persönlich, aber auch für den Film, sagte Huppert auf einer Pressekonferenz vor der offiziellen Verleihung. Bisherige Preisträger sind Bruno Ganz, Stellan Skarsgård, Hanna Schygulla und John Hurt.

Die Laudatio, die der Nachrichtenagentur dpa schriftlich vorlag, hielt der Filmproduzent Alfred Hürmer. «Sie zeichnet sich ab, erscheint auf der Leinwand und dringt in unser Bewusstsein. Um dies im Kino zu erreichen, bedarf es eben nicht nur einer guten Geschichte, eines guten Regisseurs, sondern eben auch außergewöhnlicher, exzellenter Schauspieler», sagte er. Und er verwies auf den 2010 gestorbenen Regisseur Claude Chabrol, mit dem Huppert etliche Filme gedreht hat.

«Das gleiche Verständnis von Menschen hat uns zusammengeschweißt», sagte Huppert. Chabrol und sie wollten komplexe Menschen mit Problemen realistisch darstellen, nicht romantisieren und nicht beschönigend. Sondern das zeigen, was in den Menschen steckt.

In dem gerade im Kino laufenden Film «I'm Not A F**king Princess» stellt Huppert eine dieser komplexen Persönlichkeiten dar, eine egoistische Fotografin, die ihre Tochter für erotische Fotos missbraucht. Viele Filmfest-Besucher nutzten die Gelegenheit auch, um «Die Spitzenklöpplerin» zu sehen - mit dem Film gelang ihr 1977 der internationale Durchbruch. Sie spielt darin die scheue Beatrice, die an ihrer Liebe zerbricht.

Während einer Gala wurde im Staatstheater Braunschweig auch die spanische Öko-Komödie «What Are Bears for?» mit dem Publikumspreis «Der Heinrich» ausgezeichnet. Das Preisgeld von 10 000 Euro für einen europäischen Debüt- oder Zweitfilme geht zu gleichen Teilen an den Regisseur Tom Fernández und einen Verleih, der den Film in die deutschen Kinos bringt. Mit dem Kurzfilmmusikpreis «Der Leo» wurde der niederländische Film «The Origin of Creatures» ausgezeichnet. Den Deutsch-Französischen Jugendpreis «Kinema» bekam die französische Produktion «Und führe uns nicht in Versuchung».

Seit Dienstag zeigte das älteste Filmfest Niedersachsens 183 Lang- und Kurzfilme aus 33 Ländern. Etwa 25 000 Besucher kamen in sechs Tagen in die Braunschweiger Kinos.

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